Schwein schlachten

Lauchhammer

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"Macht ganz schön Arbeit, so ein Schwein!"

An einem Wochenende im Winter wird in Lauchhammer St. Hedwig zu einer ungewöhnlichen Aktion eingeladen:  zum Schlachten eines Schweins.

Am Freitag werden Kessel und Geräte vorbereitet und am Samstag früh um 6 wird das Schwein geschlachtet. Etwa 20 Menschen sind dann bis zum frühen Nachmittag damit beschäftigt, das Tier zu zerlegen, das Fleisch durch den Wolf zu gedreht und Bratwürste herzustellen. Am Nachmittag gibt es ein großes Fest. Die Gäste können Wurstbrühe und frische Würste kaufen und es wird gemeinsam gegessen und beieinander gesessen.

Das Projekt hat eine fast 20-jährige Geschichte und entstand in der damaligen Jugend der Pfarrei. Aus Neugier, wie eine Schlachtung eigentlich funktioniert, entstand bald eine sich jährlich wiederholenden Aktion. Einer der damaligen Teilnehmer war Metzgerlehrling und ist heute der Züchter, von dem die Schweine stammen.

Die  Jugendlichen von damals leben heute an verschiedenen Orten. Das Treffen im Januar ist für viele ein fester Termin, um die alten Freunde wiederzusehen. Zudem werden immer wieder neue Menschen mitgebracht. Auch Firmbewerber waren schon unter den Helfern, die eindrücklich erleben konnten, was es bedeutet, ein Tier zu schlachten.

Innerhalb der Pfarrei hat sich das gemeinsame Essen am Nachmittag als hilfreich erwiesen: Es ist ein guter Anknüpfungspunkt auch für das Zusammenwachsen verschiedener Gemeinden innerhalb einer Pfarrei.

6 Uhr am Morgen, die Kessel werden geheizt (für weitere Bilder auf das Foto klicken)

Beworben wird die Aktion über Aushänge in der Pfarrei, über die Schaukästen und die Pfarrei-Homepage und durch das Weitererzählen und persönliche Einladen.

15-20 Menschen helfen beim Schlachten mit, 50-80 Gäste werden am Nachmittag begrüßt. Den „Ertrag“ der Aktion sehen die Veranstalter im gemeinsamen Planen und Umsetzen einer Idee, und im qualitätvollen Essen aus eigener Herstellung.

Theo-logisch

Vielen Christ|innen ist das Schöpfungswort Gottes bekannt: […] bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen. (Gen 1, 28). Entgegen mancher früherer Interpretation meint das unterwerfen und herrschen nicht: Beutet die Erde aus. Es meint vielmehr: Schätzt die Gaben der Schöpfung hoch und geht verantwortungsvoll mit ihnen um.

So kann die Tötung eines Tieres eindrücklich bewusst machen, welche Verantwortung der Mensch für seine Nutztiere hat. Sie kann zum Nachdenken anregen, woher eigentlich unser "täglich Fleisch" kommt und unter welchen Bedingungen die Tiere gelebt haben und gestorben sind.

Christ|innen sind zum liebevollen Umgang mit Schöpfung aufgefordert, entsprechend der Liebe, die Gott all seinen Geschöpfen, also auch den Tieren entgegen bringt. Die Gottebenbildlichkeit des Menschen zeigt sich im bewussten Konsum von Fleisch, der auch die Bereitschaft mit einschließt, den entsprechenden (finanziellen) Preis dafür zu bezahlen, damit Nutztiere artgerecht gehalten werden können.

Gerade der Bereich der nachhaltigen Tierhaltung und Ernährung hat großes Anknüpfungspotential an andere gesellschaftliche Akteure/Interessensvertreter . Christ|innen können hier aus ihrem biblischen Selbstverständnis heraus Position beziehen.

Kontakt

Kath. Pfarramt St. Hedwig
Thomas Scholz
Wilhelm-Oberhaus-Straße 12
01979 Lauchhammer

Tel.: 03574-3103
Fax: 03574-12 60 23
lauchhammer.st-hedwig@bistum-magdeburg.de